Wachtelhunde Prüfungen in Nordamerika

Jugendprüfung und Eignungsprüfung des DWNA 2022

Vom 29.04. bis 01.05.2022 fanden die JP und die EP des Deutscher Wachtelhund North America Club (DWNA) in Ogallala/Nebraska statt unter Mitwirkung eines deutschen Wachtelhunde-Richters aus der LG Hessen im VDW.

In den vergangenen beiden vergangenen Jahren konnten aufgrund der Coronapandemie keine Wachtelhundprüfungen in den USA durchgeführt werden. In diesem Jahr ließen es die Vorschriften endlich wieder zu und so begaben sich insgesamt 7 Gespanne (4 JP, 3 EP) auf den Weg nach Nebraska.

Da die Amerikaner sehr bemüht darum sind, ihre Prüfungen am deutschen Standard auszurichten, wird auch immer ein deutscher Wachtelhundrichter des VDW aus der Landesgruppe Hessen eingeladen. Als ich die Anfrage von der USA-Beauftragten des VDW, Dr. Helga Adolph erhielt, in den USA zu richten, fiel die Entscheidung dafür nicht schwer. Nach einigen E-Mails zur Abstimmung mit dem Vorsitzenden des DWNA, Jim Cowgill, des Prüfungsleiters Chad Richardson und mit vielen Tipps von Helga Adolph ausgestattet, wurde der Flug nach Denver gebucht. Nach 10 Stunden Flug und weiteren 4 Stunden Autofahrt durch die endlosen Steppen Colorados und Nebraskas, kam ich am Vorabend der Prüfung im Prüfungscamp am Lake McConaughy, in der Nähe von Ogallala an. Dort wurde ich sehr freundlich von Jim Cowgill, Chad Richardson und meinen beiden Mitrichtern, Vanita und Tom Skinner, begrüßt.

Am nächsten Morgen startete die Prüfung mit einem gemeinsamen Frühstück im Camp. Nach der Begrüßung der Teilnehmer erklärten wir Richter zunächst den Prüfungsablauf und was wir von den Hunden erwarteten. Aus den Gesprächen vom Vorabend wurde mir langsam deutlich, dass es in Amerika eine andere Hausnummer als in Deutschland ist, seinen Hund für eine Prüfung einzuarbeiten. Die Teilnehmer müssen für uns unvorstellbare Strecken mit dem Auto zurücklegen, um an Prüfungen teilzunehmen, oder um einfach Gelände für das Einarbeiten auf der Hasenspur zu finden. So kamen die Teilnehmer der Prüfung aus Luisiana, Texas, Montana, Alabama usw. Für unsere Verhältnisse unvorstellbare Strecken. Aber das zeigt auch, dass der Wille dort, mit unseren Hunden zu arbeiten und das Vereinswesen weiter auszubauen, sehr groß ist und mit viel Engagement und Einsatz verfolgt wird. Wir sollten dies seitens des VDW weiter fördern, um unsere Rasse in den USA stärker zu etablieren.

Nach ca. einer Stunde Autofahrt zum Hasenspurgelände fanden wir uns auf riesigen, landwirtschaftlichen Flächen mit spärlichem Bewuchs von vertrocknetem Altgras, auf sandigem, staubtrockenem Boden wieder. Ich ahnte, dass das Richten einer Arbeit auf der Hasenspur hier mit der in Deutschland nicht ansatzweise zu vergleichen sein wird. Was folgte, waren Arbeiten, die durch die Umstände den Hunden nicht gerecht werden konnten. Hasen waren jedoch ausreichend vorhanden. So entschlossen wir uns, das Gelände zu wechseln, um in der Nähe einer anderen Farm die Prüfung fortzusetzen. Dort angekommen, wurden wir von einer Gewitterfront mit Starkregen und Hagel empfangen. Die Prüfung wurde dann aufgrund des anhaltenden Gewitters für diesen Tag abgebrochen. Das Wetter in Nebraska ändert sich teilweise rasend schnell und von Tag zu Tag muss man sich auf sehr verschiedene Wetterbedingungen einrichten. Der Regen war für die Hunde, bzw. deren Arbeit auf der Hasenspur jedoch ein wahrer Segen. So konnten am übernächsten Tag alle Hunde bei windigen, jedoch noch restfeuchten Böden die Hasenspuren mit zum Teil beachtlichen Leistungen absolvieren.

Für die am Folgetag geplanten Wald- und Bringfächer standen uns ein weitläufiger Auwald am Rande des Lake McConaughy und große Wiesen mit Altgras zur Verfügung. Hier konnten nun alle weiteren Fächer auf wirklichen kurzen Wegen und unter sehr guten Bedingungen geprüft werden. Die Hunde zeigten dabei teilweise erstaunlich gute Leistungen. Lediglich beim Ausgeben nach den Haar- und Federwildschleppen zeigten sie kleine Schwächen.

Das Stöbern im Auwald mit dichtem Unterwuchs und einem dahinter befindlichen, breiten Schilfgürtel entlang es Sees funktionierte teilweise gut, teilweise nicht gut. Hier zeigte sich deutlich, dass die Amerikaner mit dem Wachtelhund weniger großräumige Stöberjagden auf Schalenwild, wie wir es gewohnt sind, als die Stöberjagd an kleineren Einständen auf Federwild betreiben.

Am Ende der Prüfung konnten alle 4 Hunde die JP bestehen. Ein Hund konnte dabei die Hasenspuren mit der Höchstpunktzahl absolvieren. Eine beeindruckende Leistung in Anbetracht der Verhältnisse.

\ Max vom Lautestrom 21-278, 2. Preis, 116 Punkte

\ Renaissance Urania 20/1005, 2. Preis, 116 Punkte

\ Haley vom Blue Moon 20/1011, 2.Preis, 110 Punkte

\ Dona Axivald CLP/NK/6456, 2. Preis, 109 Punkte

 

Von den drei auf der EP gemeldeten Gespannen kamen zwei in die Preise. Ein Hund konnte die Prüfung leider nicht bestehen. Wie auch bei uns öfters der Fall, war die Haarwildschleppe hier ausschlaggebend.

\ Uras vom Rinnetal 19 -141, 2.Preis, 158 Punkte

\ Renaissance Ulysses 20/1001, 3.Preis, 141 Punkte

\ Renaissance Titan 19/1000, ohne Preis, 135 Punkte

Im Nachhinein betrachtet, waren die Prüfungen des DWNA wirklich gut organisierte Veranstaltungen in einer sehr freundlichen Atmosphäre. Der Wille des DWNA und seiner Mitglieder, mit unserer Rasse zu arbeiten, ist wirklich sehr groß. Für mich war es eine großartige Erfahrung dort zu richten.

Danken möchte ich an dieser Stelle Jim Cowgill und Chad Richardson für die hervorragende Planung und Durchführung der Prüfungen, Elisabeth Barker für die gute Verpflegung, sowie allen anderen Beteiligten des DWNA, die für einen reibungslosen Prüfungsablauf gesorgt haben.

Ein besonderer Dank gilt meinen beiden Mitrichtern Vanita Skinner und Tom Skinner aus South Dakota. Beide kommen aus dem DK-Lager und sind menschlich und fachlich hervorragende Weggefährten. Sie hatten sich vorher ausgiebig mit der Prüfungsordnung des VDW beschäftigt. So konnten zu jeder Zeit einvernehmliche Entscheidungen getroffen und der gesamte Prüfungsablauf in einer sehr harmonischen Atmosphäre gehalten werden. So macht das Richten Spaß!

Den amerikanischen Hundeführern mit ihren Hunden wünsche ich weiterhin viel Spaß und Erfolg mit ihren Hunden. Ich hoffe, dass einige von ihnen ihre Hunde auf weiteren Prüfungen des DWNA vorstellen werden.

 

VDW – LG Hessen – Björn Fritz

 

 

Hier ist der Link zum Prüfungsbericht beim DWNA

 

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